Noch nie hat eine Fussballmannschaft aus dem Zurzibiet den Aufstieg in die interregionale 2. Liga geschafft. Der FC Klingnau kann am Samstag mit einem Punktgewinn gegen den FC Lenzburg für eine Premiere sorgen.

Es ist nun bereits die vierte Saison, in der die Städtli-Kicker in der 2. Liga Aargau spielen. Noch nie waren sie am Ende der Saison schlechter als Rang drei, nicht einmal als Aufsteiger. Nach zuletzt zwei zweiten Plätzen (hinter Wettingen 2017 und Eagles Aarau 2018) ist nun die Zeit reif für den Aufstieg. Das ist der allgemeine Tenor im Verein.

Goran Duvnjak (links) und Danijel Kovacevic wollen ihre Mannschaft am Samstag zum Sieg coachen. (Foto: A. Crippa)

Der Vergleich mit dem «Maillot Jaune»

Die Ausgangslage ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren anders: Der FC Klingnau ist erstmals der Gejagte und kann die Promotion aus eigener Kraft schaffen. Am Samstag reicht ein Unentschieden auswärts gegen den FC Lenzburg. Trainer Danijel Kovacevic vergleicht das letzte Spiel mit der Tour de France: «Es ist, als hätten wir das Maillot Jaune an und hoffen, dass wir den knappen Vorsprung in der letzten Etappe ins Ziel bringen.» Es ist auch sein Abschiedsspiel, danach wechselt er nach Waldshut. Dennoch ist es sein grosses Ziel, die Mannschaft mit dem Gewinn der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg zu verlassen. Kovacevic warnt vor dem Gegner, denn dieser habe nichts zu verlieren. Viele Spieler wollen sich sicherlich für die neue Saison präsentieren und mit einer starken Leistung auffallen. Sein Game-Plan ist deshalb, dass es nicht so weit kommt, dass die Lenzburger Spielfreude aufkommt. Mehr will «Kova» aber nicht verraten.

Die Unsterblichkeit

Captain Brahim Maloki bläst ins gleiche Horn wie sein Trainer, er versprüht Zuversicht. Zugleich mahnt er auch: «Es braucht von jedem einzelnen Spieler im Kader eine tadellose Leistung. In einem solch wichtigen Spiel können ganz kleine Details entscheidend sein.» Seine Teamkollegen werde er vor dem Spiel noch auf einen ganz wichtigen Punkt ansprechen, verrät Maloki: Auf die Geschichte der «Unsterblichkeit» des FC Klingnau. Zur Erinnerung: Nach zwei Niederlagen zum Rückrundenstart lagen die Städtli-Kicker satte zehn Punkte hinter Kölliken, mit einem Sieg gegen ebendiesen Gegner verkürzte man wenig später den Abstand auf vier Punkte. Nun liegt man gar zwei Punkte vor dem anderen FCK. In der letzten Saison war es ähnlich: Klingnau spielte keine sonderlich überragende Vorrunde und schlug in der zweiten Saisonhälfte voll zu. Zwölf Siege hintereinander reihte man, ehe im letzten Spiel die Eagles Aarau triumphierten und deshalb doch aufstiegen. Doch den FC Klingnau kann man nicht einfach so kleinkriegen. Deshalb will er sich nun die Butter auch nicht mehr vom Brot nehmen lassen.

Hat als Innenverteidiger und Captain eine wichtige Rolle am Samstag: Brahim Maloki (links) (Foto: A. Crippa)

Anpfiff auf dem Sportplatz Wilmatten in Lenzburg ist am Samstag um 17 Uhr. An diesem Platz haben die Klingnauer gute Erinnerungen: Vor drei Jahren triumphierten sie im Cupfinal in Lenzburg und sicherten sich so ihre erste Trophäe im Aargauer Cup seit Vereinsgründung. Es wäre also das zweite Mal, dass die Zurzibieter in der Kantonsmitte feiern dürften. Noch ist es Wunschdenken. Wenn es nach dem Verein geht, soll der Aufstieg gegen 19 Uhr heute Abend Realität sein. Im Falle eines Aufstieges wäre der FC Klingnau auch die erste Mannschaft aus dem Zurzibiet in einer überregionalen Liga.