Drei Runden vor Meisterschaftsende können die Verantwortlichen des FC Klingnau ihren Cheftrainer für die kommende Saison präsentieren. Er ist im Zurzibiet kein Unbekannter. Auf Gianluca Pasanisi wartet neben einer intakten Mannschaft eine interessante erste Partie.

Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen zwischen der Vereinsführung und ihm, schwärmt Gianluca Pasanisi. Vom ersten Gespräch an habe er sich blendend mit Präsident Roger Meier verstanden. Nun freut er sich, dass es doch noch mit dem Job an der Seitenlinie des FC Klingnau klappt. Doch noch? Das erste Gespräch zwischen Meier und Pasanisi liegt schon ein wenig zurück, im Jahr 2017 war das. Damals wurde aber Danijel Kovacevic Trainer in Klingnau, Pasanisi beim Lokalrivalen in Koblenz. «Gut Ding will Weile haben», sagt er deshalb schmunzelnd.

Ein Bild aus vergangenen Tagen. Gianluca Pasanisi jubelt mit den Spielern des FC Koblenz (Foto: A. Crippa, 6. April 2018)

Lob an den Vorgänger

In der Zwischenzeit hat Gianluca Pasanisi seinen Rucksack weiter gefüllt. Nach einer halben Saison beim FC Koblenz zog er weiter zum FC Regensdorf, wo sich die Vereinsführung in der laufenden Spielzeit von ihm trennte. In den letzten Wochen hatte der in Endingen wohnhafte Trainer deshalb genügend Zeit, seine neue Mannschaft zu beobachten. Die ersten Eindrücke sind durchwegs positiv, er wird ein intaktes Team übernehmen. Pasanisi lobt auch den aktuellen Trainer Danijel Kovacevic, der nach dieser Saison nach Waldshut wechseln wird. Im gegenseitigen Einvernehmen beenden der FC Klingnau und er die Zusammenarbeit. «Danijel leistet hier tolle Arbeit. Die Mannschaft würde sonst nicht da stehen, wo sie im Moment ist», sagt Gianluca Pasanisi. Klingnau führt derzeit das Klassement der 2. Liga Aargau an.

«Es braucht alle für den Erfolg»

Noch ist es möglich, dass Klingnau aufsteigt und in der nächsten Spielzeit in der 2. Liga interregional antritt. Dazu würde der neue Trainer des Städtli-Clubs sicherlich nicht nein sagen, auch wenn die Ligazugehörigkeit bei der Vertragsunterschrift keine Rolle gespielt habe. «Ich wollte Trainer des FC Klingnau werden, ganz unabhängig davon, in welcher Liga er spielt.» Er freue sich so oder so auf die neue Herausforderung, ob in der bekannten Aargauer Liga oder in den neuen Gefilden der nächst höheren Spielklasse.

Als Pasanisi als neuer Übungsleiter in Koblenz präsentiert wurde, sagte er, dass seine Mannschaft den Ball schnell laufen lassen und aus einer stabilen Defensive heraus agieren solle. An dieser Philosophie möchte er festhalten: «Hier in Klingnau sind die Spieler dazu sicherlich in der Lage. Wir wollen die Zuschauer unterhalten und mit schönen Kombinationen auffallen.» Da er ähnlich ticke wie sein Vorgänger, habe er auch nicht vor, alles auf den Kopf zu stellen. Die Mannschaft des FC Klingnau agiert derzeit in einer eher offensiven Konstellation und deshalb soll dies auch so bleiben. Er werde mit den Spielern aber immer den Dialog suchen, sagt Pasanisi, und sie in die Überlegungen einbinden. «Es wird nicht vorkommen, dass ich als Trainer die Alleinherrschaft ausübe oder dass alles nur auf einen Spieler ausgerichtet ist. Es braucht alle, um erfolgreich zu sein.»

Erstes Spiel gegen kantonalen Krösus

In der neuen Saison bleibt das Gros der aktuellen Klingnauer Mannschaft zusammen. Innenverteidiger Yves Scherrer wird allerdings aufhören – aufgrund seines Studiums. Deshalb wird insbesondere auf dieser Position Verstärkung gesucht. Das Kader für die neue Saison soll zwar zwischen 20 und 22 Spieler beinhalten, Spieler aus anderen Vereinen sollen aber nicht en masse nach Klingnau geholt werden. Vielmehr will man seitens des Vereins vermehrt auf die eigene Jugend setzen.

Yves Scherrer spielt in der neuen Saison nicht mehr für den FC Klingnau. (Bild: A. Crippa)

Der Start in sein Abenteuer in Klingnau wird für Pasanisi sicherlich ein interessanter. Am 6. Juli gastiert nämlich der grosse FC Aarau auf dem Sportplatz Grie. Der Challenge League Club, der morgen Donnerstag und am Sonntag mit Neuchâtel Xamax um den letzten Platz in der Super League spielt, reist anlässlich des 70. Geburtstages des FC Klingnau ins Zurzibiet. «Ein schöner Anfang», freut sich der neue Trainer. Gewinnen muss er diese erste Partie mit seiner neuen Mannschaft natürlich nicht, doch schon im August wird das Verlangen nach Siegen wieder grösser, wenn die Meisterschaft wieder ins Rollen kommt. Und Siege wird der FC Klingnau feiern wollen, ganz unabhängig von der Ligazugehörigkeit.