Die Städtli-Kicker sind im Heimspiel gegen die Blue Stars lange mindestens gleichauf. Nach der Führung schenken sie einen möglichen Sieg leichtfertig her und verlieren den Kopf. Deshalb bleiben sie Letzte.

Es läuft die 79. Minute auf dem Sportplatz Grie. Der FC Klingnau bekommt gerade einen Freistoss zugesprochen, als der Schiedsrichter in seine Tasche greift. Er zückt die rote Karte und zeigt sie Meriton Shabani. Der Klingnauer muss das Spielfeld verlassen, weil er seinen Gegenspieler beleidigt. Dieser hatte verhindert, dass Shabani den fälligen Freistoss schnell ausführen konnte. Es ist die spielentscheidende Szene. Sie raubt dem Klingnauer Team den letzten Funken Hoffnung, die Partie noch zu drehen.

Thaqaj eröffnet Score

Dabei hätte es nicht so weit kommen müssen, dass Klingnau in der 79. Minute mit 1:2 in Rückstand liegt. Die erste Halbzeit verläuft ausgeglichen, beide Teams tauchen immer wieder vor dem gegnerischen Tor auf, ohne für die ganz grossen Chancen verantwortlich zu sein. So wechseln sie beim Spielstand von 0:0 die Seiten.

Nach der Pause läuft zunächst eine Viertelstunde wenig – bis auf einen Ausraster von FCK-Verteidiger Esdras Soki Mafuta. Dieser wird mit der gelben Karte taxiert. Damit ist der zuletzt positiv aufgefallene Defensivspieler gut bedient. Nach einer Stunde erlöst Shqiprim Thaqaj das Heimteam. Er kommt nach einer perfekt getimten Flanke von Besnik Golaj in Ballbesitz und spielt im Anschluss den gegnerischen Torhüter gekonnt aus. Das Tor zum 1:0 ist dann nur noch Formsache und der Stürmer markiert den Treffer.

Besnik Golaj ist enttäuscht über die Leistung der Klingnauer gegen die Blue Stars ZH. (Archivbild: A. Crippa)

Die Blue Stars reagieren prompt

Aber nur acht Minuten später kassiert das Heimteam den Ausgleich. Der FC Klingnau verliert im Aufbauspiel den Ball, der zu Flügelspieler Travis Clarke kommt. Der junge Zürcher setzt sich im Strafraum gegen seinen Bewacher durch und erzielt mit einem Flachschuss das 1:1. Es ist der erste Rückschlag, den das Heimteam nicht wegsteckt. Drei Minuten später läuft die 71. Minute. Wiederum unterläuft den Klingnauern ein Fehler in der Spielauslösung. Darauf folgt ein Foul nahe der Strafraumgrenze. Der eingewechselte Nikola Milosevic zirkelt den fälligen Freistoss direkt ins Gehäuse und lässt sich zurecht feiern. In drei Minuten verspielt der FC Klingnau einen Vorsprung und damit auch einen möglichen Sieg. Er schenkt ihn leichtsinnig her.

Punkte in Einsiedeln?

Zwanzig Minuten bleiben dem FC Klingnau, um das Ruder noch herumzureissen und doch noch zu punkten. Aber die letzte Konsequenz, der letzte Wille und der totale Glaube fehlen den Fussballern aus dem Städtli. Anstatt sich auf das Spiel zu konzentrieren, eröffnen sie Nebenschauplätze, die es nicht gebraucht hätte. Zwar haben sie nach der roten Karte gegen Shabani in der Schlussphase noch zwei Möglichkeiten zum Ausgleich, diese sind aber zu wenig zwingend.

In der Nachspielzeit erhöht Deni Krleski nach einem Konter auf 1:3. Dieses dritte Gegentor nervt die Klingnauer aber nicht so sehr wie die vorangegangenen Tore. Einmal mehr ist es in dieser Saison die gleiche, ernüchternde Diagnose nach dem Spiel. Der FC Klingnau hätte es in den eigenen Füssen, spielt aber zu oft zu hektisch, fast ohne Kopf. Wenn er die Konzentration am Samstag in Einsiedeln über 90 Minuten hochhalten kann, stehen die Chancen auf Punkte nicht schlecht. Wie in jedem Spiel.