Nach der Niederlage in Spreitenbach zeigten die Städtli-Kicker im Spitzenspiel zu Hause gegen Othmarsingen eine Reaktion. Nach einem Rückstand gewannen sie mit 5:3.

 

von Alessandro Crippa

Es war ein wichtiger Erfolg, den Klingnau gegen Othmarsingen landete. Einerseits, um die Niederlage der Vorwoche vergessen zu machen, andererseits, um der Konkurrenz zu zeigen, dass man das Können hat, jeden Gegner in der Liga zu schlagen. Der Jubel war dementsprechend gross.

 

Schneller Rückstand

Dass die Klingnauer um 22:01 Uhr jubeln, konnte eineinhalb Stunden zuvor niemand erahnen. Denn dann schoss Othmarsingen schon das 2:0. Ein Freistoss aus ungefähr 35 Metern schlug hinter dem neuen Torhüter Joel Lüthi ein. Es war ein wahrhaftiger Sonntagsschuss, den Pjetri losliess und dennoch muss der Schlussmann das Tor auf seine Kappe nehmen.

Beim ersten Treffer war er allerdings unschuldig. Nexhdet Gusturanaj verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball und dann wurden die Klingnauer ausgekontert. Zeqiraj wurde lanciert, gewann das Laufduell und schob überlegt zur Führung für den Gast ein. Das war in der sechsten Minute.

 

Arbnor Gjokaj bringt Klingnau zurück

Das Heimteam verlor in der Anfangsphase zu viele Zweikämpfe und dennoch hatte man nicht das Gefühl, als sei es gänzlich unterlegen. Es kam zu Chancen, doch Gusturanaj zweimal sowie Maric und Kalyon nach einem Eckball verpassten es alle, sich schon früh in der Toschützenliste einzutragen.

Dann sprang nach einer knappen halben Stunde Arbnor «Schoggi» Gjokaj in die Bresche. Nach einem Freistoss von Paraszhidisz, der vom Pfosten zurückprallte, stand der Flügel goldrichtig und markierte den Anschluss. Nur eineinhalb Minuten später trat Valon Ahmetaj einen Freistoss. Wiederum war es Gjokaj, der am richtigen Ort stand und die Hereingabe per Kopf aufs Tor brachte. Der Ball zappelte im Netz und Klingnau war zurück in der Partie.

 

Erste Klingnauer Führung und Othmarsinger Ausgleich per Penalty

Bis zur Pause taten sich dies sonst aggressiv auftretenden Mannschaften nicht mehr allzu weh. So ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Kabinen. Aus diesen kamen die Klingnauer besser. Sie drückten gleich von Beginn weg wieder aufs Tempo und suchten den Führungstreffer. Trainer Danijel Kovacevic schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Bereits nach sechs Minuten konnte Brahim Maloki den Ball aus dem Gewühl heraus erobern und Richtung Tor ziehen. Er schoss unten links ein und liess sich feiern. Roger Küng im Tor der Gäste hatte keine Chance.

Nach dem Treffer stand Klingnau vermehrt defensiv und das erst noch gut. Es war kein Vergleich zum ersten Umgang, obwohl die gleichen vier Männer die Abwehrkette bildeten. In der 73. Minute aber erhielt das Spiel einen unerwarteten Knick. Pavo Maric sah nach einem Foul die gelbe Karte. Dumm nur, dass das Foul im Strafraum geschah und darum der Penaltypfiff des Schiedsrichters folgte. Aleksandar Marqaj verwandelte, obschon Lüthi die Ecke ahnte.

 

Der siegbringende Doppelschlag

In der 77. Minute bewies Trainer Kovacevic ein gutes Händchen. Er nahm Daniele Randazzo vom Feld und brachte Qendrim Aliaj. Dieser leitete kurz darauf den Sieg ein. Er durfte einen Freistoss treten, etwa 25 Meter vom Othmarsinger Tor entfernt. Der Ball kam direkt aufs Tor, traf den Pfosten und fand den Weg in die Maschen. Torhüter Küng holte sich keine Bestnoten ab, der Schuss kam nämlich in die Torwartecke.

Nur kurz nach dem Anspiel eroberte Klingnau im Mittelfeld den Ball und dieser gelangte zu Topscorer Nexhdet Gusturanaj. Dieser zog alleine auf Küng los, umdribbelte diesen und schob ohne Probleme zum siegbringenden 5:3 ein. Alle jubelten. Sogar Lüthi, den Torhüter, fand man in der Jubeltraube. Er war nach vorne gesprintet und feierte mit seinen Vorderleuten.

 

Nächster Gegner bestens bekannt

Brenzlig wurde es danach nicht mehr. Klingnau machte das Spiel langsam, war genug routiniert, das Ganze gekonnt herunterzuspielen. Der Sieg geht über die gesamte Spieldauer gesehen in Ordnung. Besonders weil Klingnau nach dem frühen Zwei-Tore-Rückstand nicht aufsteckte und sich in die Partie zurückkämpfte. Dann kam selbstverständlich auch noch das nötige Wettkampfglück hinzu, als der Freistoss von Aliaj vom Pfosten ins Tor flog oder dass im Zweikampf vor dem entscheidenden Pass auf Gusturanaj nicht auf Foul entschieden wurde. Aber auch das braucht es, um zu gewinnen.

Allzu lange freuen können sich die Städtli-Kicker über den Sieg allerdings nicht. Das nächste Spiel steht bereits vor der Tür. Gegner ist der bestens bekannte FC Eagles Aarau. Gespielt wird am Samstag um 18 Uhr in der Kantonshauptstadt.

 

FC Klingnau: Lüthi; Juric, Paraszhidisz, Maric, Kabashaj; Gjokaj (86. Kipoy), Kalyon, Maloki, Hashani (25. Randazzo (77. Aliaj)); Ahmetaj; Gusturanaj.