Nach dem Sieg über den Zweitletzten der Tabelle hält sich die Freude beim FC Klingnau in Grenzen. Die Spieler hatten mehr von sich erwartet, waren aber erleichtert, den Sieg dennoch geholt zu haben. An der Spitze wird derweil der Aufstiegskampf immer spannender.

Als der Unparteiische die Partie beendet, bricht kein grosser Jubel aus. Obschon die Städtli-Kicker gerade einen weiteren Sieg eingefahren hatten, war keiner der Akteure mit der dargebotenen Leistung restlos zufrieden. Dass es trotzdem zu drei Punkten gereicht hat, war unter anderem mit dem Niveau des Gegners wie aber auch mit einer Portion Glück verbunden.

Führung vom Penaltypunkt aus

Das Heimteam war der haushohe Favorit in dieser Partie gegen den FC Aarau II, der mit neun Punkten auf dem zweitletzten Platz weilt. Der Abstieg für die Kantonshauptstädter ist kaum mehr zu verhindern. Trotz der günstigen Ausgangslage starteten die Klingnauer bescheiden. Sie leisteten sich im Aufbauspiel Unkonzentriertheiten, spielen die langen Bälle zu ungenau. Zudem fehlte ihnen auch der Mut, die Kreativität walten zu lassen und so Chancen zu kreieren.

Viel Kampf: Arbnor Gjokaj (links) im Duell mit Samuel Schmutz. (Bild: A. Crippa)

Nach Ablauf der ersten 20 Minuten werden die Hausherren stärker, finden zu ihrem Spiel. Franjo Bicvic hatte Pech, als er in der 22. Minute nicht reüssieren konnte. Er setzte seinen Schuss aus rund 15 Metern Entfernung über die Querlatte. An die Querlatte prallte ein Versuch von Arbnor Gjokaj vier Minuten später. Weil die Aarauer den Ball nicht wegschlagen können, kommt er zu Stürmer Nexhdet Gusturanaj in Ballbesitz, der dann nur regelwidrig gestoppt werden kann. Es gibt Elfmeter. Der Gefoulte lief gleich selber an und verwandelte sicher zum 1:0.

Unnötiges Gegentor

Mit der Führung im Rücken wurden die Klingnauer stärker, sie hatten das Geschehen im Griff. Franjo Bicvic wäre nach 40 Minuten beinahe der zweite Treffer gelungen. Zuvor liess er mit einer wunderbaren Finte einen Verteidiger ins Leere laufen. Sein Schuss zischte am rechten Torpfosten vorbei.

In der 44. Minute kamen die Aarauer aus dem Nichts zum Ausgleich. Nach einem Rückpass auf Goalie Robin Meier schlug dieser den Ball nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone, sodass es zu einem Zweikampf zwischen ihm und Stürmer Gil. Der Angreifer entschied diesen für sich und konnte alleine ins leere Tor zum 1:1 einschiessen. Mit diesem Resultat wurden die Seiten gewechselt.

Ausgleich nicht zwingend

Nach dem Seitenwechsel schien den Klingnauern der Ernst der Lage bewusst. Sie hatten erfahren, dass Leader Kölliken erneut verloren hatte und sie mit einem Sieg bis auf einen Punkt auf die Konkurrenz heranrücken könnten. Das beflügelt sie. Schon bald können sie ein Chancenplus verzeichnen, Polat Günes und Meriton Shabani konnten aber zunächst nicht die neuerliche Führung erzielen. Es lief die 55. Minute, als Marjan Jelec einen Eckball zur Mitte treten konnte. Der Ball landete via Gjokaj bei Günes, der ohne Probleme zum 2:1 einnetzen konnte.

Auch nach dem zweiten Treffer findet das Spiel mehrheitlich auf ein Tor statt, die Klingnauer bestimmen das Geschehen. Allerdings verpasst Shqiprim Thaqaj zweimal den dritten Treffer. Nach 66 Minuten verlor der ansonsten sehr souverän auftretende Alessandro Renna als letzter Mann den Ball an Nico Gautschi, der aus 13 Metern Entfernung keine Mühe hatte, den Spielstand wieder auszugleichen.

Beim starken FCO zu Gast

Angefressen von diesem erneuten und ebenso unnötigen Gegentreffer warf der FC Klingnau alles nach vorne, rannte aber zunächst an. Die Aarauer Defensive hatte sich wieder stabilisiert. In der 74. Minute fiel das 3:2 – zur Freude der Klingnauer. Besnik Golaj, der eingewechselt wurde, spielte Polat Günes mit einem hohen Ball an, den dieser unter Kontrolle brachte. Aus spitzem Winkel zog er mit dem linken Fuss ab und traf via Pfosten zur neuerlichen Führung für seine Farben. Damit avancierte der Mittelfeldspieler zum Matchwinner. Seine beiden Treffer trugen viel zum Klingnauer Sieg bei, denn die Mannschaft in der Schlussphase mit mehr Mühe als nötig über die Zeit brachte. Am Ende rettete Robin Meier mit einer starken Parade gegen Fabian Geissbergers Schuss aus nächster Nähe die drei Punkte.

Seine beiden Tore machen ihn zum Matchwinner: Polat Günes. (Bild: A. Crippa)

Dank dem Sieg schrauben die Klingnauer ihr Punktekonto auf 40 Zähler. Leader Kölliken hat derweil 41, das dahinter klassierte Rothrist (38 Punkte) hat noch ein Spiel weniger auf dem Konto. In der nächsten Partie treffen die Städtli-Kicker am Samstag auf den FC Oftringen. Dieser hat sich in der Winterpause verstärkt und nach einer bescheidenen Vorrunde im neuen Jahr noch keine Niederlage eingefangen. Das wollen die Klingnauer am Wochenende liebend gern ändern.

FC Klingnau: Meier; Juric, Maloki, Scherrer, Gjokaj; Günes, Renna, Jelec, Shabani (56. Golaj); Bicvic (46. Thaqaj), Gusturanaj (83. S. Kovacevic).