Nachdem der FC Koblenz darüber klagt, der FC Klingnau werbe Spieler ab, nimmt Sportchef Samir Bajramovic Stellung.

Zwischen den Fussballvereinen aus Klingnau und Koblenz herrsche «dicke Luft» stand am gestrigen Donnerstag in der «Aargauer Zeitung». Klingnau-Sportchef Samir Bajramovic hat hierzu eine andere Meinung: «Es herrscht bei mir nur dicke Luft, wenn ich in Koblenz im Stau stehe, ansonsten nicht.»

Dass er Spieler des FC Koblenz kontaktiert hat, verneint er nicht. Keinesfalls. Er gibt zu, dass er viele Spieler vom Club aus dem Nachbardorf interessant finde. Er wolle aber auch nicht jeden anrufen und fragen, ob er nach Klingnau wechseln will. «Wir wollen niemanden kaputtmachen.»

«Jeder kann spielen, wo er will»

Aktuell dreht sich vieles um drei Spieler. Namentlich sind das Marko Mijatovic, Blert Aliaj und Tobias Merki. Marko Mijatovic und Blert Aliaj haben die Vorbereitung auf die Rückrunde beim FC Klingnau bestritten, haben dann aber am letzten Tag noch den Übertritt zum FC Koblenz gemacht. Weil der neue Klingnau-Trainer Domo Karadza nicht auf die beiden jungen Spieler gesetzt hat. «Damals hat mich auch niemand angerufen. Wenn ein Spieler unseren Verein verlassen will, legen wir ihm keine Steine in den Weg. Dann ist es für uns okay», sagt Bajramovic. Er wolle mit keinem Spieler im Streit auseinandergehen. Lieber sei ihm, dass dem Spieler auch die Möglichkeit geboten werde, zurückzukommen, wenn ihm danach sei. Deshalb sagt der Sportchef: «Das ist Amateurfussball. Jeder kann spielen, wo er will.»

Auf die neue Saison hin wechseln Mijatovic und Aliaj wieder zum FC Klingnau. Die Gegebenheiten hätten sich geändert, Klingnau will nun vermehrt auf jüngere Spieler setzen. Deshalb sei er auf die beiden Akteure zugegangen, erklärt Samir Bajramovic. Dass er nicht zuerst den Koblenzer Vorstand informiert hat, findet er normal: «Mich muss auch niemand anrufen, wenn er einen Spieler von uns will.» Heute sind die Transfers so schnell abgewickelt. Der Spieler muss nur noch per SMS sein OK an den neuen Verein geben und schon ist der Wechsel im Portal «Clubcorner» Tatsache.

«Ich mag den Koblenzern den Erfolg gönnen»

Der dritte Spieler im Fokus ist derzeit Tobias Merki. Der Defensivspezialist spielte in den letzten vier Jahren stets für den FC Koblenz. Nun wird er von Klingnau umgarnt, der Wechsel soll demnächst vermeldet werden. Er habe Merki immer wieder kontaktiert, gesteht Bajramovic. «Ihm haben aber in den letzten Jahren die Perspektiven bei uns gefehlt und deshalb ist er in Koblenz geblieben», sagt Bajramovic weiter. Dies habe er verstanden. Nun habe er einen neuen Versuch gestartet, den ehemaligen Klingnau-Junior (13 Jahre) ins Boot zu holen. Diesmal scheint sein Plan aufzugehen.

Samir Bajramovic will keinen Streit zwischen den beiden Vereinen provozieren. Er hat selbst 23 Jahre für den FC Koblenz gespielt und geamtet. Deshalb will er nicht, dass man sich untereinander «verkracht». «Ich mag es den Koblenzern wirklich gönnen, wenn sie eine gute Saison spielen und am Ende wieder in die 2. Liga aufsteigen.» Nochmals betont er, dass er niemanden kaputtmachen will und Spielern aus der Region schlicht eine Perspektive bieten will, dass sie in der 2. Liga inter spielen können.