Nach der Vorrunde haben sich zwei Spieler entschieden, den Verein in Richtung Deutschland zu verlassen. Deshalb hat sich der Städtli-Club schon nach neuen Spielern umgesehen und sich entsprechend verstärkt.

Der Südkurier hat es bereits vor einigen Wochen vermeldet, nun macht es auch der FC Klingnau offiziell. Arlind «Lindi» Hashani und Edmond «Eddy» Bektasi verlassen den Verein in der Winterpause in Richtung VfB Waldshut. Der Bezirksliga-Verein freut sich selbstverständlich über die Zuzüge, während dem FC Klingnau die Wechsel der beiden Spieler schmerzen.

 

Arlind Hashani freut sich über den 2. Cupsieg des FC Klingnau. Weil er noch verletzt war, konnte er an diesem 10. Mai 2018 nicht mitwirken. Er wechselt nun zum VfB Waldshut. (Foto: A. Crippa)

Arlind Hashani gehörte dem FC Klingnau seit 2017 an. Er wurde meist auf dem linken Flügel eingesetzt und war immer ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler. In der Vorrunde gab er nach langer Pause sein Comeback, zuvor hatte er aufgrund eines Kreuzbandrisses aussetzen müssen. Trainer Danijel Kovacevic bedauert den Wechsel von Hashani: «Wir hätten ihn in der Rückrunde sicherlich gut gebrauchen können. Ich verstehe aber, wenn er nach Waldshut wechselt und dort vielleicht noch auf etwas mehr Spielzeit kommen kann.»

 

Hier jubelten sie noch gemeinsam über ein Tor, nun wechseln sie nach Waldshut: Arlind Hashani (2. von rechts) und Eddy Bektasi (ganz rechts) beim Derby gegen den FC Koblenz im Mai 2017. (Foto: T. Färber)

 

Bektasis Heilung verläuft gut

Edmond Bektasi kam auf die Saison 2015/16 hin in die Schweiz zum Städtli-Club. Zuvor spielte er beim FC Erzingen auf der anderen Seite des Rheins in der Bezirksliga. Er wurde sofort Stammspieler in der Innenverteidigung des neu in die 2. Liga aufgestiegenen FC Klingnau, war eine nicht mehr wegzudenkende Säule. Dabei kam es auch nicht darauf an, ob der Trainer Radi Schibli oder Danijel Kovacevic hiess, beide setzten auf ihn, auch wenn der Abwehrspieler zwischendurch aufgrund von Verletzungen oder Sperren nicht mittun konnten. Nun wechselt er also zum VfB Waldshut, zurück in sein Heimatland.

Im letzten Training der vergangenen Saison hat sich Bektasi das Kreuzband gerissen und deshalb in der Vorrunde keine Partie bestritten. In der Zwischenzeit hat er viel Individualtraining und Physiotherapie absolviert und nähert sich schrittweise einem Comeback – voraussichtlich anfangs Rückrunde. Allerdings eben nicht mehr in den Farben des FC Klingnau, sondern in denen Waldshuts. Zu seinem Wechsel nach Waldshut sagt er Folgendes: «Oliver Atalla, der Sportchef, ist ein guter Freund von mir und deshalb helfe ich dort gerne mit, um den drohenden Abstieg aus der Bezirksliga zu verhindern.»

 

Eddy Bektasi bei seinem letzten Einsatz für den FC Klingnau. Im Cupfinal 2018 spielte er in der Innenverteidigung durch. (Foto: A. Crippa)

In Klingnau fühlte er sich von Anfang an wohl, wie Bektasi weiter sagt – und fügt an: «Der Wechsel fällt mir alles andere als leicht, ich habe hier sehr viele gute Freunde in der Mannschaft.» Der Innenverteidiger traut dem FC Klingnau in der Rückrunde viel zu – auch den Aufstieg in die 2. Liga inter. Zudem hofft er auch, dass man wieder den Cup-Pokal holen kann. Am meisten vermissen wird Eddy Bektasi die Trainingsqualität und die hohe Spielerpräsenz in den einzelnen Trainings. Und nicht zuletzt lässt er durchblicken, dass er vielleicht im Cupfinal vom vergangenen Mai nicht das letzte Mal für Klingnau aufgelaufen ist: «Man weiss ja nie, was die Zeit so mit sich bringt.»

 

Die drei Neuen

Neu beim FC Klingnau ist dafür ein alter Bekannter. Er heisst Asllan Tafaj und spielte bereits vor einigen Jahren für den FC Klingnau, zuletzt in der Aufstiegssaison 2014 / 2015. Des Weiteren betreute er auch die Futsal-Mannschaft des FC Klingnau eine Zeit lang. Der grossgewachsene Innenverteidiger spielte in der Zwischenzeit beim SC Zurzach, dem FC Wettingen und auch dem FC Kappelerhof. Er freut sich auf seine Rückkehr und kennt auch die meisten Spieler schon. Gefragt nach seinen Stärken sagt Tafaj: «Ich denke, dass ich zweikampf- und kopfballstark bin. Die grösste Stärke ist wohl der Kopfball, da ich damit auch torgefährlich sein kann.» Asllan Tafaj wird Eddy Bektasi ersetzen und versuchen, dem Team in der Defensive zu noch mehr Stabilität zu verhelfen. Tafaj ist 32-jährig und bringt deshalb auch eine grosse Routine mit.

Auch im Sturm hat sich der FC Klingnau verstärkt, namentlich mit Stjepan Kovacevic. Er ist den Klingnauern ebenfalls bestens bekannt, denn er spielte zuvor beim Lokalrivalen in Koblenz. Zudem ist er der Bruder des Trainers, Danijel Kovacevic. Wird das ein Problem? Beide verneinen. «Er muss spuren, wie ich es will, sonst spielt er nicht», macht der «grosse» Bruder Danijel gleich einmal eine klare Ansage. «Ich freue mich sehr, unter ihm zu spiele, da er sehr erfahren ist. Zudem hoffe ich natürlich, dass ich beim FC Klingnau meine besten Leistungen abrufen kann», ergänzt der jüngere der beiden Brüder, Stjepan.

 

Neuer Stürmer des FC Klingnau: Stjepan Kovacevic. (Foto: FC Koblenz)

Stjepan Kovacevic ist 26 Jahre alt und freut sich auf die neue Herausforderung in Klingnau, auch wenn er sich bewusst ist, dass die Konkurrenz mit Nexhdet Gusturanaj, Shqiprim Thaqaj und auch Franjo Bicvic in der Offensive gross ist. «Ich bin mir bewusst, dass ich auf harte Konkurrenz treffe. Aber so halten wir auch im Training den Kampf um die Stammplätze und das allgemeine Niveau hoch, was auch den Zielen des Vereins entspricht.» Natürlich ist das Ziel weiterhin, oben mitzuspielen.

 

Der dritte neue ist ein junger Spieler: Marjan Jelec aus Nussbaumen wechselt ebenfalls von Koblenz nach Klingnau, zuvor hatte er noch in der 1. Mannschaft des FC Dietikon und bei den Junioren des FC Baden gespielt. Für Jelec hat Trainer Kovacevic viel lobende Worte übrig: «Marjan kenne ich schon seit er ein kleiner Junge ist. Er ist unglaublich talentiert und kann das Spiel sehr gut lesen.» Allerdings trifft auch der junge zentrale Mittelfeldspieler auf starke Konkurrenten, Alessandro Renna oder Brahim Maloki zum Beispiel. Trotzdem will sich Marjan Jelec der Challenge stellen.

Auch Marjan Jelec stösst vom FC Koblenz zum FC Klingnau. (Foto: FC Koblenz)

Für den FC Klingnau geht es im März mit der Meisterschaft wieder los. Am Sonntag, 24. März wird man zuhause auf den FC Othmarsingen treffen, sechs Tage später auswärts auf den FC Mutschellen und nochmals drei Tage später, also am Dienstag, 2. April steigt das Cupspiel gegen den Drittligisten FC Sarmenstorf.

Zuvor sind im Februar und im März noch fünf Testspiele angedacht, unter anderem gegen zwei Mannschaften aus der 2. Liga inter (NK Pajde und FC Olten) sowie gegen den Drittligisten FC Koblenz. Da treffen also Stjepan Kovacevic und Marjan Jelec bereits ein erstes Mal auf ihre ehemaligen Teamkollegen. Den beiden Spieler, die den Verein verlassen, Arlind Hashani und Edmond Bektasi, wünscht der FC Klingnau nur das Beste für die Zukunft.